Die Flucht vom "Denken" ins "Wissen"

Viele ergreifen die Flucht.

Wenn es darum geht, ob man Philosophie mag oder zumindest etwas damit in Verbindung bringt, sagen die meisten "Ach, philosophieren tu' ich nur, wenn ich betrunken oder high bin" oder etwas wie "Geh mal weg, ich denk über sowas nicht nach".



Aber wieso ist das so?
Heutzutage hat man den Alltag. Nichts, was diesen roten Faden unterbricht. Wir leben in unseren kleinen Kuppeln, abgetrennt von allem, was außerhalb von dem liegt, was wir brauchen. Wir planen, organisieren, rennen von Termin zu Termin, wobei uns kaum Zeit bleibt, sich hinzusetzen und nachzudenken.
Input, Input, Input. Das ist wichtig.
Denn ohne Wissen ist man nichts in dieser Gesellschaft, die erfolgreichsten Wissenschaftler wären nicht das, was sie heute sind, hätten sie nicht gelernt, erforscht und sich somit neues Wissen angeeignet. In jeder Millisekunde verarbeitet unser Gehirn eine unglaubliche Masse an Informationen. Wir sehen nur das, was unser Hirn als "wertvolle Information" ansieht.

Doch was sehen wir überhaupt?

Von klein auf sehen wir, wir fühlen, riechen, schmecken, hören. Uns wurden schon immer Informationen zugeliefert, denn einen informationslosen Raum gibt es nicht.
Wir erkennen etwas auch, wenn wir darüber nachdenken. So merke ich erst, wenn ich über diese Wand nachdenke, dass sie weiß ist.

Allgemein gibt es zwei Ansichtsweisen des Sehens und Erkennens:
  • Die Empirische Position:
    Alles, was wir wahrnehmen, beruht auf Sinneseindrücken. Also auf allem, was wir vorher mit einem unserer Sinne "erkannt" haben.
  • Die Idealistische/rationalistische Position:
    Erkennen ist nicht gleich Wahrnehmen. Denn vorher muss etwas dagewesen sein, das diese Sinneseindrücke, die wir erhalten, filtert und verwertet. Es wird sozusagen erst durch den Verstand strukturiert.

Dazu gibt es einen bekannten Spruch von Leibniz aus "Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand"
"Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war, außer dem Verstand selbst"

Ich musste erst ein paar Male über dieses Zitat nachdenken. Es bedeutet, dass der Verstand des Menschen eine grundlegende Basis unseres Denkens ist.
Ob man dem nun Recht gibt, ist jedem selbst überlassen.

Ist dieser "Verstand", wie wir ihn haben, auch bei anderen Lebewesen vorhanden? 
Nein, ich glaube nicht, denn dann wäre die Intelligenz dieses Wesens dann so ausgeprägt wie unsere. Dann könnten Hunde auf einmal Informationen ganz neu verarbeiten, sie könnten lernen zu sprechen. Interessant wäre auch, wenn sie eigenständige Gedanken haben, die sie nicht einfach vergessen, sondern wie Tricks reproduzieren können. Stellt euch nur mal vor!

Tatsächlich können wir aber nie wissen, was dahinter steckt. Wir werden wohl nie erfahren, was genau dafür verantwortlich ist, dass wir so denken können, wie wir es tun.
Erkennen wir das, was wir sehen? Oder interpretieren wir nur?
Und vor allem: Welche Qualität hat das, was wir erkennen?




Kommentare:

  1. Sehr spannender Ansatz :) Ich schätze so kleine Denkanstöße in Blogs sehr!
    Liebe Grüße und einen schönen Abend!

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    1. Vielen Dank, das motiviert mich, noch mehr Denkanstöße zu machen :)

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  2. Man merkt, dass du dir viel Mühe gegeben hast mit diesem Post. Finde ich super! Es ist wirklich ab und zu viel spannender zu lesen, was der Autor denkt. Dein kurzer Ausflug in die Philosophie scheint sehr durchdacht und wissensreich zu sein. Es gibt nicht viele die über solche Themen schreiben, daher Hut ab. :)
    Liebe Grüße!
    Lani <3

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    1. Danke dir, ich freu mich immer, wenn das, was ich denke, genau richtig bei anderen ankommt ♥

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  3. Sehr toller und durchdachter Post! :)

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  4. Erst einmal möchte ich dir sagen, dass mir dein Blog Design wirklich gut gefällt. Auch diese kleinen Grafiken mit den Zitaten lockern den Text sehr schön auf. Das mag ich.
    Ich bin ein Philosophie-Muffel. Klar philosophiere ich gerne über Themen aber über die Philosophie philosophieren fällt mir dann doch schwer. Zudem kenne ich mich mit dem Thema auch nicht wirklich aus. Aber ich merke, dass du dich damit auskennst und dein Wissen teilst. Ich finde es erfrischend, dass du solchen Inhalt auf deinem Blog veröffentlichst, ist mal etwas anderes als Fashion, Beauty und Kochrezepte (wobei ich das auch gerne lese). Ich würde mich freuen, wenn du mehr davon postest und immer mal wieder Denkanstöße gibst.

    Süße Grüße
    Alison von TeaCatsandGlitter

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